Die Zukunft rückwarts

Wir sprechen oft über "die" Zukunft, denken aber viel zu wenig an das, was vergangenen ist. Unsere gemeinsame Geschichte. Wir fragen uns: WO wollen wir hin? Wir fragen aber nicht: WO kommen wir her. Welche Erfahrungen hat WER gemacht. Wir lernen mehr über unsere Zukunft, wir treffen vielleicht bessere Entscheidungen, wenn wir zunächst die Vergangenheit uns anschauen. Dazu gibt es ein spannendes Instrument. Diese Methode nennt man "Future Backwards" und stammt von Dave Snowden.

Wir arbeiten in Schulen und auch in unseren externen Netzwerken gerne mit dieser Methode. Man beginnt mit einer Frage. Bei uns war das zuletzt: "Was ist die Zukunft unseres Gütesiegels?" Man modelliert dann in seiner Gruppe zunächst die Gegenwart: "Wo steht unser Güesiegel heute?" Wir schrieben Punkte dazu auf Moderationskarten und fokussierten sie in Cluster.

Wir blicken anschließend zurück: "Wie kam es dazu?" Von kürzlichen Entwicklungen, etwa der Gewinnung neuer Unterstützer (wir nennen sie Supporter) kamen wir zu größeren Dingen, dem Wettbewerb unter Schulen, neuen Schulformen in Hamburg, Berlin und NRW, innovativen Bildungstendenzen, dem Demografischen Wandel und dem Kampf um die schlauen Köpfe.

Dann blicken wir in die Zukunft: Wir thematisierten zwei Szenarien: Eins war die wünschenswerte, positive Zukunft. Eins war der Worse Case - das war das Schlimmste, in dem alles schief ging. Dann begannen wir damit, Wege von heute in diese beiden Zukünfte zu konzipieren. Dabei fanden wir Umwege, Abkürzungen, Abzweigungen und neue Wege, deren entscheidende Weichen bereits teilweise in der Vergangenheit gestellt worden waren. Wir fanden sicherere und unsicherere Wege, Schlüsselmomente usw.

Am Ende hatten wir eine klare Vision über das, was entstehen kann. Wie kennen die nächsten Schritte und im Idealfall auch die Folgen dieser Schritte.